Sonntag, 8. August 2010
Foto tragischen
Sonntag, 30. Mai 2010
Hinrichtungen in Iran
Christi ist Gott
Montag, 19. April 2010
Ein satz
Ein Prozess Gegen Der Islamischer Regime Im Iran!
ich bin eine Crist,Mein name ist hojat mosaferi: ich komme aus den iran.was passiert im meiner heimmatt , Dass ist alles schon klar, ich und wir kämfen mit ein grosser satan , wer ist satan? Es ist wahrschanlich Islamischer Regime im iran da über setzt ein diktator dass heißt ayatollah ali khamanai, und da runter esgibt auch ein morder ahmadinedjad. was Arbeiten die beide führer im iran , obwohl ist schon klar. Der diktator regime im iran ist eine anti mensch, gegen freiheit , gegen median, gegen freimeinung, gegen freier reliegion...
ZB sie können da hier eine tehma aus den iran lessen,Bitte Beachten sie:
Christenverfolgung im Iran
Christen dürfen im Iran nicht missionieren. Sogar Kirchen werden infolge eines Gerichtsurteils geschlossen, wenn dort auf Persisch gepredigt wird. Auch Weblogger, die Bibelzitate ins Internet setzen, werden verhaftet.
Am 25. März 2009 meldete das Farsi Christian News Network, FCNN, dass aufgrund des Urteils eines iranischen Revolutionsgerichts die Assyrische Kirche der Stadt Shahrara geschlossen werde.
Schon am 19. März hatte Jonathan Betkolia die assyrische Gemeinde der iranischen Hauptstadt Teheran darüber informiert. Als Grund für das Urteil wurden die „neu zum Christentum übergetretenen persisch sprechenden Iraner" genannt, die „an den kirchlichen Messen teilnehmen."
Gerichtsurteil zur Schließung der Kirche
Jonathan Betkolia, der die 35.000 Mann starke assyrische Gemeinde des Iran im islamischen „Parlament" vertritt, gerät in Konflikt mit den iranischen Pfarrern der assyrischen Gemeinde. In den letzten Monaten hatte er als Politiker oft die Aktivitäten der Pfarrer kritisiert, die den Zugang von persisch sprechenden iranischen Christen zur assyrischen Kirche ermöglicht hätten. Nach Warnungen des assyrischen Politikers hatte zwar Pfarrer Viktor angekündigt, dass nur noch Assyrer an den kirchlichen Messen teilnehmen dürfen, da sonst die Kirche geschlossen werde. Dennoch ist ein Gerichtsurteil zur Schließung der Kirche gefällt worden.
Das Komitee der Christen der Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists im Iran meldete, dass dieses Urteil im Kontext des wachsenden Drucks auf die iranischen Christen erfolgt sei.
Erlaubt sind nur Predigten in armenischer oder assyrischer Sprache
Das Ziel sei eine „Säuberung der iranischen Christen". Damit wolle man erreichen, dass sich der christliche Glaube nicht unter den Iranern, die nicht der ethnischen Gruppe der Assyrer und Armenier angehören, verbreitet.
Die armenische und die assyrische Kirche gelten als ethnische Kirchen. Dort darf auch nicht in persischer Sprache gepredigt werden. Erlaubt sind nur Predigten in armenischer oder assyrischer Sprache. Die Human Rights Activists schreiben, dass der iranische Staat das Menschenrecht auf einen Wechsel der Religion und des Glaubens für Iraner verbiete. Sogar das Recht in Freiheit im Rahmen des Religionsunterrichts der Kirchen und in den kirchlichen Messen in gemeinschaftlicher und öffentlicher Form über den eigenen Glauben in persischer Sprache zu sprechen werde nicht gewährt. In den letzten 8 Jahren hatte die assyrische Kirche in Scharara Freitags und Sonntags zusätzliche Veranstaltungen und Messen für persisch sprechende nicht assyrische Personen abgehalten.
Verhaftungen von zwei Christen in Isfahan
Die FCCN meldete weiterhin am 24. März, dass zwei iranische Christen in Isfahan verhaftet worden seien. Einer von ihnen heißt Mazaher R.. Er ist 30 Jahre alt und ein „christlicher Internet-Aktivist". Laut FCNN hatte er in seinem Weblogg die Botschaft der Bibel verkündet. Einer seiner Leser, der sich als „Pfarrer Reza" per Email bei ihm meldete, verabredete mit ihm ein Treffen, um über die „Botschaft von Jesus Christus zu reden".
Am 22. Februar ging Mazaher zusammen mit seiner Schwester und einem anderen Glaubensbruder namens Hamed C. zu dem Treffen. Der vermeintliche „Pfarrer Reza" war mit einer Frau, die sich als Maria vorstellte, anwesend. „Pfarrer Reza", der sich als ein Spitzel entpuppte, lud die drei iranischen Christen in eine Wohnung ein, wo angeblich ein neuer Christ getauft werden sollte. Sie gingen zusammen in das als Hauskirche angegebene Gebäude. Dort wurden sie von Zivilbeamten und Sicherheitskräften verhaftet. Mit verbundenen Augen wurden sie zu einem unbekannten Ort geführt.
Keine Auskunft über Verhaftung iranischer Christen
Am 23. Februar überfiel die iranische Polizei des Haus des Vaters des christlichen Webloggers Mazaher R. und beschlagnahmte einige technische Geräte, wie Computer, Drucker und christliche Bücher.
Die Schwester von Mazaher R. wird nach einer Woche Haft wieder freigelassen. Laut eigener Aussagen war sie in Verhören so beschimpft und unter Druck gesetzt worden, dass sie sich von den christlichen Aktivitäten ihres eigenen Bruders distanzierte.
Seit einem Monat weigern sich iranische Polizei und Geheimdienste auch nur eine Auskunft über die Verhaftung der zwei iranischen Christen zu geben.
Die Familienangehörigen der verhafteten Christen haben indessen das Haus, das von dem Spitzel, alias „Pfarrer Reza", als eine Hauskirche bezeichnet worden war, ausfindig gemacht. Nachdem niemand dort auffindbar war, haben sie die Bewohner des Nachbarhauses befragt. Diese teilten mit, dass das Haus seit Monaten leer stünde und unbewohnt sei. Einen „Pfarrer Reza" kannte niemand in der dortigen Straße.
Themen
Wie die Human Rights Activists in Iran schreiben, ist die Verhaftung der zwei Christen im Zusammenhang mit neuen repressiven Maßnahmen der Revolutionsgardisten gegen Webloggschreiber zu sehen. Die islamische Regierung betrachte jede „nicht-islamische Aktivität als antiislamisch und gegen die Religion gerichtet." So könne die Regierung jede religiöse oder politische Bewegung als eine Maßnahme der „sanften umstürzlerischen Revolution" darstellen.
Jesus Liebt Mich Bis Zu Ende...
Dienstag, 4. August 2009
Christenverfolgung betrifft 250 Millionen
Nie zuvor in der Geschichte war eine so große Zahl von Christen so schweren Verfolgungen ausgesetzt wie heute. Jeder Zehnte Christ weltweit ist wegen seines Glaubens in Gefahr. Viele fürchten um ihr Leben, besonders in islamischen und kommunistischen Staaten – allen voran Nordkorea und Saudi-Arabien. In neun Staaten droht Christen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind, offiziell die Todesstrafe. In allen anderen inoffiziell.
Die Presse schreibt:
Von der europäischen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, leben weltweit rund 250 Millionen Christen in Angst. In mehr als 50 Staaten werden sie als religiöse Minderheit mit dem Tod bedroht, vergewaltigt, unterdrückt oder vertrieben. Umgerechnet wird damit weltweit etwa jeder zehnte Christ wegen seines Glaubens verfolgt. „Wir erleben die vielleicht größte Christenverfolgung aller Zeiten“, sagt Johann Marte, Präsident der christlichen Organisation „Pro Oriente“ und Mitglied der unlängst gegründeten Plattform „Solidarität mit verfolgten Christen“.
In vielen islamischen, aber auch in kommunistischen (China) und religiös-nationalistischen Staaten wie dem buddhistischen Bhutan gelten Christen als Freiwild: Die weltweit größte Gefahr herrscht für Gläubige in Nordkorea; das besagt der sogenannte Weltverfolgungsindex der US-Hilfsorganisation Open Doors. Die 220.000 Christen in dem stalinistischen Land dürfen sich nicht zu ihrem Glauben bekennen. Auf sie warten Haft, Folter und immer öfter auch Mord. Auf Platz zwei der traurigen Liste der Christenverfolgung liegt Saudiarabien, gefolgt vom Iran.
KleinReport
Die iranischen Medien haben vor den Präsidentschaftswahlen vom Freitag unausgewogen über den Wahlkampf berichtet, hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) am Donnerstag kritisiert. «Seit Beginn der Wahlkampagnen am 21. Mai sind den rund 46 Millionen Wählerinnen und Wählern unabhängige Informationen vorenthalten worden», heisst es in der ROG-Mitteilung. «Iranische Journalistinnen und Journalisten werden von den Behörden kontrolliert und können nicht objektiv über die Debatten und politischen Fragen berichten.»
Zudem seien in den vergangenen 3 Wochen mindestens 15 Journalisten bedroht oder von Behörden für Nachfragen vorgeladen worden. Von derartigen Fällen sei aus den Städten Maschhad, Ahwas, Sanandadsch, Choram-Abad, Kohdascht und Täbris berichtet worden. «Die Journalisten werden gerichtlich verfolgt, nachdem sie Präsident Mahmud Ahmadinedschad kritisiert oder in Artikeln klar ihre politische Meinung zum Ausdruck gebracht haben», schreibt ROG. Die Zensur und einseitige Bevorteilung des amtierenden Präsidenten Ahmadinedschads erstrecke sich über alle Medien, Zeitungen, Radio, Fernsehen und Internet, heisst es. Seit August 2005 seien mehr als 100 Medien zensiert und mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten sowie Bloggerinnen und Blogger festgenommen und verurteilt worden.
Freitag, 31. Juli 2009
Warum es im Iran nicht um mehr Demokratie geht

Die wochenlangen Proteste im Iran haben die Hoffnung auf einen politischen Umsturz im Land der Mullahs genährt. Doch der Westen muss begreifen, dass es um einen Machtkampf zwischen Ahmadinedschad und der klerikalen Elite geht – und nicht um Regimewechsel oder gar mehr demokratie
Der Aufruhr nach den Präsidentschaftswahlen im Iran ist von der westlichen Presse und Politik generell missdeutet worden. Weder haben wir eine frustrierte „Farbenrevolution“ osteuropäischer Prägung erlebt, noch war die Bewegung des Präsidentschaftskandidaten Mir Hussein Mussawi ein Aufstand liberaler Sympathisanten des Westens gegen die Prinzipien der iranischen Revolution – wiewohl sich unter Mussawis Anhängern gewiss auch Gegner der Revolution befanden.
Stattdessen haben wir sehen können, wie ein Machtkampf innerhalb der „alten Garde“ der Kleriker – deren Mitglieder allesamt 1979 an die Macht gekommen sind – sich im Wahlkampf öffentlich Bahn brach. Mit der Beilegung dieses Konflikts in den kommenden Monaten wird es, so ist zu erwarten, zu umfangreichen Veränderungen in der Spitze der Machtelite kommen. Die Revolution aber steht nicht vor dem Zusammenbruch.
Im Zentrum des Konflikts finden sich prominente Kleriker, insbesondere die ehemaligen Präsidenten Mohammed Chatami und Ali Akbar Haschemi Rafsandschani, die die Absicht Präsident Mahmud Ahmadinedschads, weitere populistische Attacken auf ihre privilegierten Positionen zu fahren, schwächen wollten. Ebenso wollten sie den politischen Einfluss der Revolutionsgarden mindern, die sie zunehmend als Gegner ihrer eigenen Interessen begreifen.
Dieser Teil der Elite ist von Präsident Ahmadinedschads Angriffen auf ihre persönlichen Reichtümer ebenso ernstlich bedroht wie von Ahmadinedschads Behauptung, dass diese Gruppe ihre Eigeninteressen auf Kosten des Volkes verfolge und so für die wirtschaftlichen Nöten des Iran ursächlich verantwortlich sei.
Die so gescholtenen mächtigen Kleriker standen hinter Mussawi. Sie hatten Ex-Präsident Chatami ausersehen, Mussawi eine Kandidatur vorzuschlagen; und es war auch Chatami, der dem Oppositionsführer Deckung anbot. Nicht zuletzt deshalb konnten Mussawi und seine Frau Sahra Rahnaward einen glaubwürdigen Wahlkampf auf Grundlage ihrer revolutionären Referenzen führen: Sie waren „Kinder der Revolution“, hatten an ihr teilgenommen, waren „von ihr geformt“ und blieben Schüler des Imam Khomeini. Ihre Gegnerschaft, machten sie klar, galt allein Präsident Ahmadinedschad und dessen Regierungsführung. .
Samstag, 25. Juli 2009
Iran: Menschenrechtsverteidiger in Gefahr
Amnesty International – Seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl am 12. Juni 2009 steigt die Anzahl der Festnahmen von Rechtsanwälten und Menschenrechtsverteidigern immer weiter an. Oft bleiben die Gründe für die Festnahmen unbekannt. Amnesty International geht davon aus, dass die Menschenrechtsverteidiger aufgrund ihres Einsatzes für die Menschenrechte festgenommen worden sein könnten und betrachtet sie als gewaltlose politische Gefangene.
Am 17. Juli wurde die Menschenrechtsverteidigerin Shadi Sadr auf dem Weg zur Moschee gewaltsam festgenommen. Sie wollte mit einer Gruppe von Frauenrechtlerinnen zum Freitagsgebet, als eine Gruppe unbekannter Männer in Zivil plötzlich versuchte, sie in ein Auto zu ziehen. Dabei kam es auf der belebten Straße zu einem Handgemenge, bei dem Sadr sowohl ihr Kopftuch, als auch ihren Mantel verlor. Zwar gelang es ihr zu flüchten, sie wurde aber wieder ergriffen, mit Schlagstöcken verprügelt und anschließend zu einem unbekannten Ort gebracht.
Die Journalistin und Rechtsanwältin Sadr [siehe Foto, links] ist eine aktive Menschenrechtsverteidigerin, die sich insbesondere für die Rechte der Frauen einsetzt. Neben der Gründung von "Raahi", eines Zentrums, in dem Frauen juristischen Rat einholen konnten, hat sie viele Artikel veröffentlicht und die Internetseite "Zanan-e Iran! initiiert, die sich der Arbeit iranischer Frauenrechtsaktivistinnen widmet. Als Rechtsanwältin hat Shadi Sadr viele Journalisten und Aktivisten vertreten und in vielen Fällen die Aufhebung von Todesurteilen erreicht. Bereits im März 2007 war Sadr mit weiteren Frauenrechtsaktivistinnen verhaftet worden, nachdem diese friedlich gegen ein Gerichtsverfahren gegen Frauenrechtlerinnen demonstriert hatten. Erst zwei Wochen später kam sie auf Kaution frei.
Derzeit ist Shadi Sadr die Verteidigerin von Shiva Nazar Ahari, einer Menschenrechtsverteidigerin, die am 14. Juni in Teheran festgenommen wurde und die vermutlich in der Abteilung 209 des Evin Gefängnisses inhaftiert ist.
"Shadi Sadr wurde illegal, willkürlich und gewaltsam festgenommen. Bisher haben die iranischen Behörden keinen Versuch unternommen, eine Erklärung für ihr Vorgehen abzugeben," sagte Malcom Smart, Direktor des Programms für Nordafrika und den Nahen Osten von Amnesty International.
Amnesty International fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von Shadi Sadr!
Beteiligen Sie sich jetzt an unserer Urgent Action für Shadi Sadr!
Abdolfattah Soltani [Foto]
Bereits vier Tage nach der Präsidentschaftswahl, am 16. Juni, wurde der Anwalt und Menschenrechtsverteidiger Abdolfattah Soltani in seinem Büro im Zentrum von Teheran festgenommen. Obwohl die Sicherheitskräfte weder einen Durchsuchungsbefehl, noch eine Vorladung oder einen Haftbefehl vorlegten, durchsuchten sie seine Kanzlei und beschlagnahmten Akten, Computer und sein Mobiltelefon.
Bis heute sind sein Aufenthaltsort und die Gründe für seine Festnahme nicht bekannt. Amnesty International betrachtet Abdolfattah Soltani als gewaltlosen politischen Gefangenen, dessen Festnahme mit den aktuellen Ereignissen im Iran in Verbindung steht.
Soltani ist Mitglied des Teheraner Zentrums für Menschenrechts-verteidiger (Centre for Human Right Defenders), das unter anderem von der Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi gegründet wurde. Obwohl das Zentrum Ende 2008 geschlossen wurde, sind die Mitglieder weiter aktiv und informieren über Menschenrechts-verletzungen in Iran und bieten politischen Gefangenen kostenlose juristische Hilfe an.
Soltani war bereits 2005 für 219 Tage inhaftiert, davon 43 in Einzelhaft. Ein Jahr später wurde er aufgrund "Offenlegung vertraulicher Unterlagen" und "Propaganda gegen das System" zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er wurde im Mai 2007 von allen Vorwürfen freigesprochen. Seither durfte Soltani nicht aus dem Iran ausreisen. Abdolfattah Soltani ist Preisträger des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises 2009. Die Auszeichnung soll ihm am 4. Oktober überreicht werden.
Amnesty International betrachtet Abdolfattah Soltani als gewaltlosen politischen Gefangenen und fordert seine sofortige und bedingungslose Freigelassung.
Beteiligen Sie sich an der Eilaktion für Abdolfattah Soltani!
Mohammad Ali Dadkhah
Am 8. Juli wurde der Rechtsanwalt Mohammad Ali Dadkhah und mehrere seiner Kollegen festgenommen. Sie befanden sich zu dem Zeitpunkt ihrer Festnahme in ihrer Kanzlei im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran. Da ihr derzeitiger Aufenthaltsort unbekannt ist, ist Amnesty International besorgt, dass die Anwälte Opfer des "Verschwindenlassens" geworden sind. Die Gefangenen sind in Gefahr, misshandelt oder gefoltert zu werden.
Die Gründe für die Festnahme von Dadkhah und seiner Anwaltskollegen sind nicht bekannt. Amnesty International geht davon aus, dass auch Dadkhah und seine Kollegen aufgrund ihrer Menschenrechtsaktivitäten und der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte der Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit im Zusammenhang mit der Wahl am 12. Juni festgenommen worden sein könnten. Sollte dies der Fall sein, betrachtet Amnesty sie als gewaltlose politische Gefangene und fordert ihre sofortige Freilassung.
Mohammad Ali Dadkhah ist gemeinsam mit der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi Gründungsmitglied des Zentrums für Menschenrechtsverteidiger (Centre for Human Right Defenders) in Iran.
KEIN EINSATZ DER BASIJ-MILIZ BEI DEMONSTRATIONEN

Kein Einsatz der Basij-Miliz bei Demonstrationen
Amnesty International ruft die iranische Regierung dazu auf, den Einsatz der Basij-Miliz bei Demonstrationen umgehend zu stoppen. Berichten zufolge sind Mitglieder der Miliz, deren Brutalität berüchtigt ist, mit unverhältnismäßiger Gewalt gegen Demonstrierende vorgegangen.
Viele Demonstrierende berichten, dass nicht-uniformierte, bewaffnete Truppen übermäßige Gewalt angewandt und Menschenrechtsverletzungen begangen haben. Dabei handelt es sich nach Auffassung der Augenzeugen um Angehörige der Basij-Milizen. Sie schlugen und schossen auf demonstrierende Menschen.
Bei diesen Vorfällen starben mindestens acht Leute. Ein Video zeigt, wie ein Mitglied der Basij-Miliz während der Demonstrationen am Montag, den 15. Juni, von einem Gebäude aus eine Waffe abfeuert. Das Video hätte eine sofortige Untersuchung durch die Behörden auslösen sollen, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen ums Leben kommen. Ein anderes Video zeigt, wie eine junge Frau namens Neda an einer Brustverletzung stirbt. Ihr Tod wurde mit der Basij-Miliz in Verbindung gebracht.
Die Antwort der iranischen Behörden war daraufhin aber nicht, eine korrekte Untersuchung zu eröffnen, um die Umstände der Todesfälle zu klären. Vielmehr gaben sie weitere Warnungen heraus, dass Proteste auf eine "revolutionäre Weise" von der Revolutionsgarde, der Basij-Miliz und anderen Polizei- und Sicherheitskräften niedergeschlagen werden sollen.
Die Befürchtungen von Amnesty International, dass die Lage sich nach der Rede des obersten Religionsführers Ayatollah Sayed 'Ali Khamenei am vergangenen Freitag weiter verschärfen würde, haben sich bestätigt. Die Gewaltbereitschaft der Sicherheitskräfte ist in den letzten Tagen gestiegen. Ayatollah Khamenei hatte den Demonstrierenden in seiner Ansprache mit "Konsequenzen" gedroht, wenn die Proteste fortgesetzt würden. Er unterließ es, die Sicherheitskräfte und insbesondere die Basij-Miliz, zu gemäßigtem und rechtmäßigem Handeln aufzurufen. Amnesty International erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass der Iran Mitglied des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte ist und sich somit verpflichtet hat, die Versammlungsfreiheit seiner Bürger zu gewährleisten.
"Die Iraner und Iranerinnen, die ihre Opposition zu den jüngsten Ereignissen rund um die Präsidentenwahl friedlich ausdrücken möchten, haben keine Gelegenheit, um dies zu tun. Sie sind vielmehr mit der Gewalttätigkeit konfrontiert, die durch die oberste Behörde im Land legitimiert worden ist", sagt Hassiba Hadj Sahraoui, stellvertretende Direktorin für die Region Mittlerer Osten und Nordafrika von Amnesty International. "Es ist Zeit, dass die iranischen Behörden friedliche Proteste erlauben und die Basij-Miliz von den Straßen entfernen. Die Überwachung der Demonstrationen sollte der Polizei oder anderen Sicherheitskräfte überlassen werden, die adäquat ausgebildet und ausgerüstet werden."
Hintergrund:
Bei der Basij-Miliz handelt es sich um eine paramilitärische Organisation, die aus Freiwilligen besteht. Diese Frauen und Männer unterstehen der Revolutionsgarden. Die Basij-Truppen sind an vielen Orten im Einsatz wie bspw. Schulen, Universitäten, Fabriken, privaten und staatlichen Institutionen, um Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten und abweichende Meinungen zu unterdrücken. Ihnen wurde wiederholt massive Brutalität vorgeworfen.
25. JULI 2009: GLOBALER AKTIONSTAG FÜR IRAN

Fordern Sie Menschenrechte und Medienfreiheit für den Iran!
25. Juli 2009: Globaler Aktionstag für Iran
Am 25. Juli 2009 werden sich Menschen weltweit versammeln, um ihre Solidarität mit den Iranerinnen und Iranern auszudrücken, die in den vergangenen Wochen friedlich für ihre Rechte demonstriert haben und Opfer staatlicher Unterdrückung wurden. Gegen die Protestierenden gingen die Bereitschaftspolizei und paramilitärische Basidsch-Milizen oft mit brutaler Härte vor. Viele wurden dabei getötet, mehrere hundert verletzt. Schätzungen zufolge wurden bisher mehr als 2.000 Menschen festgenommen, 41 Journalistinnen und Journalisten sind inhaftiert. Anlass für die Proteste war die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinedschad am 12. Juni 2009.
Menschenrechtsorganisationen und engagierte Menschenrechtsverteidiger, darunter Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die International Campaign for Human Rights in Iran, Human Rights Watch, Reporters without Borders, Amnesty International, International Federation of Human Rights und viele andere rufen deshalb zu dem globalen Aktionstag auf. In Berlin rufen die deutschen Sektionen von Amnesty International, Reporter ohne Grenzen und der Schriftstellervereinigung P.E.N. zur Teilnahme an der zentralen Kundgebung auf.
Der Aktionstag verfolgt keine parteipolitische Agenda, sondern fordert den Schutz der international anerkannten Rechte der iranischen Bürgerinnen und Bürger. Alle Teilnehmenden werden gebeten, die Kundgebung nicht für parteipolitische Zwecke zu nutzen und auf entsprechende Plakate, Fahnen, Symbole und Parolen zu verzichten. Als Zeichen des Mitgefühls sollten alle in schwarzer Kleidung erscheinen.
Die Organisationen fordern:
- die Einhaltung der Menschenrechte im Iran. Die Vereinten Nationen sollen umgehend eine Untersuchung der schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen einleiten, darunter ungesetzliche Tötungen, Folter und Misshandlungen, sowie den Verbleib der "Verschwundenen" aufklären.
- die bedingungslose Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen, darunter Politiker, Journalisten, Blogger, Studenten und zivilgesellschaftliche Aktivisten.
- die Versammlungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit sowie Meinungs- und Pressefreiheit im Iran zu gewährleisten - so wie es die iranische Verfassung und Irans Verpflichtungen durch die Unterzeichnung internationaler Abkommen verlangen.
- ein Ende der staatlich unterstützten Gewalt. Die Verantwortlichen für Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen, die Todesstrafe darf jedoch unter keinen Umständen verhängt werden.
Datum: Samstag, 25. Juli 2009
Zeit: 13.00 - 15.00 Uhr
Ort: Potsdamer Platz / Ecke Stresemannstraße
MENSCHENRECHTLERIN VERSCHLEPPT
Die Menschenrechtlerin Shadi Sadr wurde am 17. Juli 2009 in Teheran verschleppt. Bei den Entführern soll es sich um Angehörige der Sicherheitskräfte gehandelt haben. Sie könnte aufgrund ihrer Menschenrechtsaktivitäten im Zusammenhang mit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen in Haft genommen worden sein. Amnesty International betrachtet sie als gewaltlose politische Gefangene, die in Gefahr ist gefoltert zu werden.
Shadi Sadr war am 17. Juli zusammen mit einer Gruppe von Frauenrechtlerinnen in Teheran zu Fuß unterwegs, als Männer in Zivilkleidung sie ergriffen und in ein Auto stoßen wollten. Die Rechtsanwältin und Journalistin konnte sich zunächst befreien und verlor dabei ihr Kopftuch und ihren Mantel. Die Männer brachten sie jedoch kurz darauf wieder in ihre Gewalt, schlugen mit Knüppeln auf sie ein und fuhren sie in einem Auto davon.
Shadi Sadr und die Frauengruppe waren auf dem Weg zur Teheraner Universität, wo zum ersten Mal seit den umstrittenen Wahlen der ehemalige Präsident Ali Akbar Rafsanjani das Freitagsgebet halten sollte.
Shadi Sadr ist die Verteidigerin der Menschenrechtlerin Shiva Nazar Ahari, die am 14. Juni 2009 in ihrem Haus in Teheran festgenommen wurde. Die Sicherheitskräfte durchsuchten das Haus der Bloggerin und Journalistin, die der journalistischen Organisation "Committee of Human Rights Reporters" angehört, und nahmen einige persönliche Gegenstände mit. Shiva Nazar Ahari wird derzeit in der Abteilung 209 des Evin-Gefängnisses festgehalten. Shadi Sadr hat bislang keinen Zugang zu ihrer Mandantin.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Shadi Sadr, Journalistin und Rechtsanwältin, war Vorsitzende von "Raahi" (www.raahi.org), einem Rechtsberatungszentrum für Frauen, das im März 2007 von den Behörden geschlossen wurde. Zudem ist sie die Gründerin des Internetportals "Zanan-e Iran" (Frauen im Iran), die erste Internetseite, die sich der Arbeit von Frauenrechtlerinnen im Iran widmet. Sie hat außerdem zahlreiche Artikel über Frauenrechte im Iran verfasst. Als Rechtsanwältin hat sie mehrere Frauenrechtlerinnen und Journalistinnen vertreten. Sie war auch als Verteidigerin von zum Tode verurteilten Frauen tätig, deren Urteile später aufgehoben wurden. Zudem engagiert sie sich in der iranischen Initiative zur Abschaffung der Todesstrafe durch Steinigung (www.meydaan.com). Am 4. März 2007 war sie bei einer Protestkundgebung im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen fünf Frauenrechtlerinnen schon einmal festgenommen worden (siehe UA 52/07).
Seit der Bekanntgabe des Wahlsiegs von Präsident Ahmadinejad am 13. Juni, den hunderttausende IranerInnen anzweifeln, haben die iranischen Behörden die Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit drakonisch eingeschränkt. Sicherheitskräfte, unter ihnen auch die paramilitärische Basij-Miliz, kamen verstärkt in den Straßen zum Einsatz, und Kommunikationsmöglichkeiten wurden erheblich eingeschränkt. Seit Bekanntgabe des Wahlergebnisses ist es den iranischen Medien untersagt, Informationen über die im ganzen Land schwelenden Unruhen zu veröffentlichen. Ausländische JournalistInnen wurden von den Straßen verbannt, ihre Visa nicht verlängert, und einige wurden festgenommen oder des Landes verwiesen.
Laut offiziellen Angaben, die Amnesty International zugegangen sind, wurden seit dem 12. Juni 2009 im ganzen Land über 2000 Personen von der Polizei oder den Basij-Milizen während Demonstrationen oder im Anschluss an Proteste festgenommen. Unter ihnen befinden sich auch bekannte politische Persönlichkeiten, die entweder dem Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Mousavi und Mehdi Karroubi oder dem ehemaligen Präsidenten Khatami, der die Kandidatur von Mir Hossein Mousavi unterstützte, nahe stehen. Auch MenschenrechtlerInnen und JournalistInnen wurden festgenommen. Am 16. Juni wurde der Menschenrechtler und Anwalt Abdolfattah Soltani festgenommen und inhaftiert (siehe UA-160/2009, 19. Juni 2009). Den Journalisten Issa Saharkhiz nahm man am 4. Juli fest. Sein Aufenthaltsort ist nicht bekannt (siehe UA-181/2009, 6. Juli 2009).
Am 17. Juli 2009 hielt der frühere Präsident Ali Akbar Rafsanjani zum ersten Mal seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom Juni das Freitagsgebet an der Teheraner Universität. Er forderte die Freilassung der IranerInnen, die nach den Demonstrationen oder bei späteren Einsätzen festgenommen wurden. Tausende AnhängerInnen der Opposition versammelten sich auf den Straßen um die Universität und unterbrachen die Predigt mit Unterstützungsrufen für den Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Mousavi. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschen auseinander zu treiben. Zahlreiche Personen wurden festgenommen.
EMPFOHLENE AKTIONEN
SCHREIBEN SIE BITTE E-MAILS ODER LUFTPOSTBRIEFE, IN DENEN SIE
- die Behörden auffordern, Shadi Sadr sofort und bedingungslos freizulassen, da sie als gewaltlose politische Gefangene anzusehen ist, die allein wegen ihres Engagements für die Menschenrechte und der friedlichen Wahrnehmung ihrer Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit festgehalten wird;
- fordern, dass ihr Aufenthaltsort sofort bekannt gegeben wird, sie Zugang zu einer rechtlichen Vertretung ihrer Wahl, ihrer Familie und jeglicher nötiger medizinischer Versorgung erhält;
- die Behörden auffordern sicherzustellen, dass sie vor jeglicher Form von Folter oder Missbrauch geschützt wird;
- die Behörden auffordern, die unrechtmäßige Einschränkung der Rechte auf Vereinigungs-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit sofort einzustellen.
APPELLE AN
RELIGIONSFÜHRER
Ayatollah Sayed 'Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street, End of Shahid Keshvar Doust Street, Tehran, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
E-Mail: über die Website:
http://www.leader.ir/langs/en/index.php?p=letter (Englisch)
OBERSTE JUSTIZAUTORITÄT
Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi
Howzeh Riyasat-e Qoveh Qazaiyeh
(Office of the Head of the Judiciary)
Pasteur St., Vali Asr Ave., south of Serah-e Jomhouri
Tehran 1316814737, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
E-Mail: shahroudi@dadgostary-tehran.ir (Betreff: FAO Ayatollah Shahroudi)
KOPIEN AN
RECHTSANWALTSKAMMER
Iranian Bar Association
No. 3, Zagros St.,
Argentina Sq.,
Tehran,
IRAN
Fax: (00 98) 21 8771340
(00 98) 21 888 6425/ 26
E-Mail: tamas@iranbar.org
oder mail@iranbar.org
BOTSCHAFT DER ISLAMISCHEN REPUBLIK IRAN
S.E. Herrn Alireza Sheikh Attar
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535
E-Mail: iran.botschaft@t-online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Persisch, Arabisch, Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. August 2009 keine Appelle mehr zu verschicken.
PLEASE SEND APPEALS TO ARRIVE AS QUICKLY AS POSSIBLE, PERSIAN, ARABIC, FRENCH, ENGLISH OR OWN LANGUAGE:
- calling on the authorities to release Shadi Sadr immediately and unconditionally, as she is a prisoner of conscience, held solely for her human rights activities and the peaceful exercise of her rights to freedom of expression, association and assembly;
- urging them to disclose her whereabouts immediately, and ensure that she is allowed immediate access to her family, lawyer of her choice and any medical treatment she may require;
- urging the authorities to ensure that Shadi Sadr is protected from all forms of torture or other ill-treatment;
- calling on the authorities to remove unlawful restrictions on freedoms of expression, association and assembly in Iran.
Mittwoch, 22. Juli 2009
Konfrontation in iranischer Führung spitzt sich zu
Teheran (AP) In der iranischen Führung stehen die Zeichen auf Konfrontation: Das geistliche Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei wies Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch an, dessen neubestellten Ersten Stellvertreter Esfandjar Rahim Maschai zu entlassen. Ahmadinedschad beharrte jedoch darauf, den Schwiegervater seines Sohnes auf diesem Posten zu behalten. Er wolle dem Ayatollah diese Personalentscheidung in Ruhe erläutern, sagte der Präsident laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. lesen
Im Iran gibt es zwölf Vizepräsidenten, wobei der Erste Stellvertreter im Falle eines plötzlichen Ausscheidens des Präsidenten als erster Nachfolger zum Zuge käme. Ahmadinedschad lobte Maschai am Mittwoch erneut als «ehrlichen und frommen Mann», weshalb er an dessen Ernennung festhalten wolle. Maschai hatte im vergangenen Jahr Hardliner mit der Äußerung verärgert, Iraner seien «Freunde aller Menschen der Welt - sogar der Israelis».
Halbamtliche iranische Nachrichtenagenturen meldeten, Chamenei habe Ahmadinedschad per schriftlicher Anordnung angewiesen, Maschai zu entlassen. Dies solle er dann unverzüglich bekanntgeben. Doch fast gleichzeitig mit Chameneis am Dienstagabend ergangener Anweisung stellte sich Ahmadinedschad vor seinen Ersten Stellvertreter gestellt. «Maschai ist zum Ersten Vizepräsidenten ernannt worden und wird weiterhin seine Aufgaben in der Regierung erfüllen», betonte der Präsident und bekräftigte diese Position auch am Mittwochabend.
Kritik wegen Teilnahme an Tänzen von Frauen
Ahmadinedschad galt bislang als Schützling Chameneis. Das geistliche Oberhaupt hatte dessen Sieg bei der Präsidentenwahl trotz massiver Betrugsvorwürfe der Opposition anerkannt und bei den dann folgenden Massenprotesten Ahmadinedschad gestützt. Die jetzige Konfrontation kam deshalb für viele Beobachter überraschend.
Maschai hatte schon 2007 den Zorn der konservativen Kleriker auf sich gezogen, als er in der Türkei eine Veranstaltung besuchte, bei der Frauen einen traditionellen Tanz aufführten. Konservative Auslegungen des Korans verbieten es Frauen zu tanzen. Neben der israelfreundlichen Bemerkung erregte 2008 zudem Anstoß, dass bei einer von Maschai veranstalteten Feier Frauen Tamburin spielten und eine Frau Koranverse rezitierte.
Wieder Demo gegen Ahmadinedschad in Teheran
Teheran/Berlin (dpa) - Wieder Proteste gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Iran: Trotz einer Warnung des obersten Führers des Landes gingen am Dienstag nach Augenzeugenberichte wieder mehrere hundert Menschen auf die Straße. Diesen
Sie riefen Parolen wie: «Nieder mit dem Diktator» und «Ahmadinedschad tritt zurück, tritt zurück». Dabei sei es erneut zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, hieß es in ersten Berichten. Die Polizei habe mehrere Demonstranten festgenommen.
Ahmadinedschad lehnte unterdessen Forderungen nach einer Absetzung seines erst in der Vorwoche ernannten Stellvertreters Esfandiar Rahim Maschaie ab. Dieser werde weiterhin sein erster Vizepräsident bleiben, betonte Ahmadinedschad am Dienstag nach Angaben der Agentur Fars. «Maschaie ist einer der treuesten Diener der Revolution und des Volkes, er wurde zum Vizepräsidenten ernannt und er bleibt auch in diesem Amt», sagte der Staatschef.
Der Sohn von Ahmadinedschad und die Tochter von Maschaie sind miteinander verheiratet. In Teheran wird vor allem kritisiert, dass Maschaie früher den Iran als Freund des israelischen Volkes bezeichnet hatte. Am Dienstag hatte das Parlament in Erwägung gezogen, den Präsidenten zur Entlassung seines Stellvertreters zu zwingen.
Die iranische Opposition wirft Ahmadinedschad Wahlfälschung in großem Stil vor. Ihre Führer bemühen sich derzeit um eine Kompromisslösung und fordern eine Wiederholung der Wahl oder ein Referendum über die Gültigkeit des Urnengangs vom 12. Juni. Bei gewaltsam von der Polizei und Milizen niedergeschlagenen Protesten Hunderttausender waren in den Tagen nach der Wahl nach offiziellen Angaben 21 Menschen ums Leben gekommen. Demonstrationen sind seit der Wahl verboten.
Am Wochenende hatten der einflussreiche Kleriker Akbar Haschemi Rafsandschani, der frühere Staatspräsident Mohammed Chatami und der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene frühere Regierungschef Mir Hussein Mussawi die Oppositionsbewegung mit scharfen Angriffen gegen die Regierung neu belebt. Der oberste Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte sie am Montag davor gewarnt, weiter Unruhe zu stiften.
Derweil sprach sich der Direktor der in Berlin ansässigen Stiftung Wissenschaft und Politik, Volker Perthes, für EU-Sanktionen gegen Iraner aus, die bei der Niederschlagung der Proteste eine wichtige Rolle gespielt haben. «Wenn die EU eine Liste mit einem Dutzend Namen von Schlüsselfiguren der Unterdrückung zusammenstellt und sie zu unerwünschten Personen erklärt, ist das ein deutliches Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Repression», sagte Perthes dem Berliner «Tagesspiegel». Er warnte die EU aber, sie dürfe «weder den Austausch der Zivilgesellschaft kappen noch Politiker und Fachleute aussperren, die wir brauchen, wenn wir Fortschritte bei den sicherheitspolitischen Fragen erzielen wollen».
Hunderte gehen gegen Ahmadinedschad auf die Straße
Die iranische Opposition trotzt dem Demonstrationsverbot: Erneut haben mehrere hundert Menschen in der Hauptstadt Teheran gegen die Wiederwahl von Präsident Ahmadinedschad protestiert. Es kam zu gewaltsamen Zusammenstößen, die Polizei nahm etliche Personen fest.
Teheran - Neue Proteste gegen die Wiederwahl von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad: Trotz einer Warnung des obersten Führers des Landes gingen am Dienstag nach Augenzeugenberichte wieder mehrere hundert Menschen auf die Straße und riefen Parolen wie: "Nieder mit dem Diktator" und "Ahmadinedschad, tritt zurück, tritt zurück". Dabei sei es erneut zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, hieß es in ersten Berichten. Die Sicherheitskräfte hätten am Dienstag Demonstranten verprügelt, die auf dem Haft-e-Tir-Platz im Zentrum der Hauptstadt zusammengekommen seien, berichtete ein Die Opposition wirft Ahmadinedschad Wahlfälschung in großem Stil vor. Die Führung des Landes bestreitet das. Die Oppositionellen bemühen sich derzeit um eine Kompromisslösung und fordern eine Wiederholung der Wahl oder ein Referendum über die Gültigkeit des Urnengangs vom 12. Juni.
Der geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei hatte das Ergebnis der Wahl gutgeheißen. Bereits unmittelbar nach der Abstimmung war es zu Massenprotesten gekommen, die von den Sicherheitskräften massiv unterdrückt wurden. In den Tagen nach der Wahl kamen nach offiziellen Angaben 21 Menschen ums Leben. Demonstrationen sind seit der Wahl verboten.
Am Wochenende hatten der einflussreiche Kleriker Ali Akbar Haschemi Rafsandschani, der frühere Staatspräsident Mohammed Chatami und der bei der Präsidentschaftswahl unterlegene frühere Regierungschef Hossein Mussawi die Oppositionsbewegung mit scharfen Angriffen gegen die Regierung neu belebt. Der oberste Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte sie am Montag davor gewarnt, weiter "Unruhe zu stiften".Augenzeuge. Die Polizei habe Dutzende Demonstranten festgenommen.
Freitag, 17. Juli 2009
Die grüne Revolution ist noch lange nicht am Ende
Die grüne Revolution ist noch lange nicht am Ende
Zehntausende Menschen haben sich im Iran wieder auf die Straße gewagt, um gegen die Führung um Mahmud Ahmadinedschad zu demonstrieren. Rückendeckung bekamen sie beim Freitagsgebet von Ex-Präsident Rafsandschani. Je mehr die Demonstranten spüren, dass das Regime wankt, desto mutiger werden sie.
Während des Freitagsgebets in der Teheraner Universität: Rund um das Gelände sind zahlreiche Menschen auf den Straßen, viele von ihnen...
Grün ist zurück in Teheran. Zu Zehntausenden sind die Iraner auf die Straße gegangen, um in den Farben der Opposition zu protestieren. Trotz der brutalen Staatsgewalt der letzten Wochen haben sie sich nicht davon abbringen lassen, das Freitagsgebet zu einer Demonstration ihres Durchhaltewillens zu machen. Die Gebetsteppiche in grüner Farbe sollen auf den Märkten der Hauptstadt gar ausverkauft gewesen sein.
Zum ersten Mal seit der umstrittenen Wahl hat der mächtige Strippenzieher Ali Rafsandschani das Freitagsgebet geleitet, der als Unterstützer des unterlegenen Oppositionskandidaten Mir Hussein Mussawi gilt. Und Rafsandschani hat es an kritischen Worten nicht fehlen lassen.
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Am meisten Beifall erhielt er, als er die Freilassung derjenigen verlangte, die bei den Protesten festgenommen wurden. Rafsandschani ist eine der Säulen des Establishments und daher niemand, der zum Umsturz aufrufen würde. Er geht aber weit, wenn er Debattenfreiheit fordert und sagt, „eine Regierung, die nicht vom Volk unterstützt wird“ sei keine Regierung, und feststellt, „wir haben alle verloren“.
Rafsandschanis Rede zeigt, wie tief gespalten die Führung in Teheran ist. Die vielen Menschen, die nun erneut auf die Straße gehen, sind der sichtbarste Beleg dafür, dass der Aufstand gegen die Mullah-Unterdrückung noch lange nicht am Ende ist.
„Das ist nur ein Anfang. Seid nicht zu ungeduldig“, lautet ein persisches Sprichwort. Die Demonstranten wissen, dass sie sich kleine Ziele setzen müssen und das Regime über die überlegenen Machtmittel verfügt. Aber wem die Legitimität durch das Volk fehlt, dessen Autorität wird Stück für Stück untergraben.
Der Geist der Freiheit ist aus der Flasche und es gelingt der Führung und ihren Schlägern nicht, ihn wieder zurückzusperren. Die Menschen spüren, dass das Regime wankt. Und sie haben einen Wahlkampf lang davon geträumt, was möglich wäre. Diese Hoffnung auf einen anderen Iran kann ihnen niemand mehr nehmen.
Tränengas gegen Demonstranten in Teheran
Beim mit Spannung erwarteten Freitagsgebet in Teheran hat Ex-Präsident Rafsandschani Amtsinhaber Ahmadinedschad kritisiert. Irans Führung zeige nicht genug Toleranz gegenüber dem eigenen Volk. Laut Augenzeugen wurden während seiner Rede mehrere Menschen verhaftet, die Polizei setzte Tränengas ein.
Während des Freitagsgebets in der Teheraner Universität: Rund um das Gelände sind zahlreiche Menschen auf den Straßen, viele von ihnen Anhänger des Oppositionspolitikers Mir Hussein Mussawi. Gegen sie...
Der einflussreiche iranische Ex-Präsident Akbar Hashemi Rafsandschani hat beim Freitagsgebet zu einer offenen Debatte über die umstrittene Wahl aufgerufen. Es gebe eine Krise im Iran, sagte Rafsandschani in seinem Freitagsgebet, das vom staatlichen iranischen Fernsehen nicht übertragen wurde, jedoch im staatlichen Radio zu hören war.
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Rafsandschani bei seiner Predigt
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Rafsandschani warf der iranischen Führung vor, nicht genügend Toleranz gegenüber dem eigenen Volk zu haben. Eine große Zahl von Iranern zweifle am offiziellen Wahlausgang, sagte er. Darum müsse man sich kümmern. Rafsandschani rief zur Einigkeit auf. Es sei eine „bittere Zeit“ gewesen, in der alle verloren hätten.
Er forderte auch die Freilassung von Oppositionellen, die bei den Protesten gegen das Wahlergebnis festgenommen wurden. Laut Augenzeugenberichten wurden allerdings während seiner Rede erneut mehrere Menschen verhaftet. Die Polizei setzte nach Angaben von Augenzeugen massiv Tränengas gegen die Oppositionellen vor der Universität ein. In anderen Berichten war sogar von Straßenkämpfen nahe der Universität die Rede.
Weiterführende Links
Anhängern des Oppositionspolitikers und offiziellen Wahlverlierers Mir Hussein Mussawi unterbrachen trotz des massiven Polizeiaufgebots kurzzeitig Rafsandschanis Äußerungen. Im staatlichen iranischen Radio war zu hören, wie er seine Predigt kurz unterbrechen musste, weil Mussawis Anhänger laut Slogans riefen.
Zu Beginn seiner Predigt hatte Rafsandschani die Mussawi-Anhänger aufgefordert, die friedliche Atmosphäre des Freitagsgebets nicht durch Slogans gegen die Regierung zu stören. „Lasst uns die Gelegenheit nutzen, eine bessere Zukunft für unser Land zu schaffen, und die Probleme zu lösen, sagte Rafsandschani.
Rafsandschani ist sehr einflussreich und gilt als Unterstützer Mussawis, der bei der Präsidentschaftswahl Mitte Juni nach umstrittenen offiziellen Angaben klar gegen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad unterlegen war. Es war sein erster öffentlicher Auftritt seit Wochen und wurde mit Spannung erwartet. Hunderttausende Menschen hatten sich rund um die Universität versammelt.
Vor Beginn des Freitagsgebets feierten Mussawi-Anhänger Augenzeugenberichten zufolge im östlichen Teil des Universitätscampus' im Stadtzentrum ihren politischen Anführer.
Sprechchöre forderten zudem die Freilassung politischer Gefangener. Viele Demonstranten trugen nach Augenzeugenberichten grüne Armbinden, die Farbe der Mussawi-Wahlkampagne.
Ausländische Berichterstatter ist es weiterhin streng verboten, die Freitagsgebete und die Geschehnisse in deren Umfeld an Ort und Stelle zu verfolgen.
Wie geht es Nadereh?
Wie geht es Nadereh
Im April berichteten wir von Nadereh* aus dem Iran. Die ehemalige Muslima wurde von ihren Eltern und Brüdern misshandelt, weil sie Christin wurde.**
Früher war die heute 35-Jährige eine begeisterte, strenggläubige Muslima. Als ihre Eltern entdeckten, dass sie den Islam verlassen hatte, folterten sie und ihre Brüder Nadereh mehrere Male. Sie hatte die Familienehre beschmutzt. Die junge Frau verließ ihr Zuhause und zog weg: „Ich rufe jede Woche meine Eltern an. Sie sind immer noch nicht damit einverstanden, dass ich den Islam verlassen habe. Doch ich sei ein besserer Mensch geworden, sagten sie einmal. Ich spürte, dass es ihnen schwer fiel, mir dass zu sagen. Mein Bruder ist jetzt ebenfalls Christ - ein riesiges Wunder! Um seinen Job nicht zu verlieren, lebt er seinen Glauben nur heimlich.“
Nadereh lebt allein, was unüblich ist im Iran. Alleinlebende Frauen gelten leicht als Prostituierte. Ihren gut bezahlten Job als Managerin hat sie wegen ihrer Konversion verloren. Jetzt arbeitet sie an einer niedrigeren Position: „Auf der Arbeit ist alles viel schlimmer geworden; der Druck ist groß. Die Polizei verhaftete mich auch schon während der Arbeit. Es war schrecklich. Ich wurde vor Gericht gebracht und sollte mit dem Tod bestraft werden.“ Die Sicherheitspolizei überwacht Nadereh weiter.
Stiller Lobpreis
„Bis letztes Jahr leitet ich den Lobpreis in unserer Hausgemeinde. Wir singen nur sehr leise, um keine Aufmerksamkeit auf uns zu lenken. In den vergangenen Jahren haben die Mitglieder meiner Gruppe nicht miteinander telefoniert oder sich E-Mails geschrieben. Es ist zu gefährlich.“
„Ich kümmere mich nun um einige sehr junge Frauen, die seelisch und körperlich am Ende sind. Sie waren Prostituierte. Ich habe wirklich Mitleid mit ihnen. Manchmal bringe ich ihnen Essen und Kleidung. Ich möchte ihnen gern Jesu Liebe nahebringen.“
* Name geändert
** siehe Gebetsanliegen vom 30.04.2009 „Verprügelt, verlassen, verhört“ www.opendoors-de.org
- Danken wir, dass Nadereh in ihrer Gemeinde ein neues Zuhause gefunden hat.
- Danken wir, dass sie Kontakt hat zu ihrer Familie. Beten wir für Versöhnung.
- Danken wir, dass auch ihr Bruder zum Glauben an Jesus gekommen ist. Beten wir auch für ihn.
- Beten wir für ihre Situation am Arbeitsplatz und für die Frauen, um die sie sich kümmert. Möge Gott ihr Weisheit, Geduld und viel Liebe schenken.
Keine Todesstrafe mehr für ehemalige Muslime?
Keine Todesstrafe mehr für ehemalige Muslime?
Im Iran können ehemalige Muslime möglicherweise neue Hoffnung schöpfen. Das Parlament soll die umstrittene Änderung im Strafrecht, demnach Muslime, die den Islam verlassen haben, rechtlich die Todesstrafe droht, gestrichen haben. Bislang ist diese Strafe nur nach islamischem Recht (Scharia) möglich. Das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors hatte zu weltweiten Gebeten für ehemalige Muslime aufgerufen, nachdem im September 2008 mit großer Mehrheit das Gesetz vom Parlament gebilligt wurde. Die Organisation Christian Solidarity Worldwide (CSW) in Großbritannien verwies am 26. Juni auf einen Bericht der persischen Sektion der BBC. CSI berichtete, dass Ali Shahrokhi, Mitglied des Rechtsausschuss im iranischen Parlament, die staatliche Nachrichtenagentur des Iran (IRNA) über diesen Beschluss informiert habe. Demnach sollen Konvertiten nicht mehr mit dem Tod bestraft werden, weil sie den Islam verlassen haben. Die Billigung des neuen Strafrechts im Iran löste internationale Proteste aus. Letztlich muss der Wächterrat dem Gesetz noch zustimmen. Das einflussreichste Gremium im Iran kann bei jedem Gesetz sein Veto einlegen, wenn es seiner Meinung nach der Verfassung und dem islamischen Recht widerspricht.
Kein Zeichen der Öffnung
Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser Entscheidung und den Protesten nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl, so Joseph Grieboski, Präsident des Instituts für Religion und öffentliche Politik (Washington, USA): „Würde das Regime die Präsidentschaft von Mahmud Achmadinedschad hochhalten und dann ein restriktives Strafrecht durchsetzen, würde der internationale Druck auf den Iran für das Regime untragbar werden." Grieboski wertet diese Entwicklung daher nicht als ein Zeichen der Öffnung, sondern als eine Art Selbstschutz. Seit dem Amtsantritt Ahmadinedschads vor vier Jahren hat sich Lage der christlichen Minderheit im Land verschlechtert. In jüngster Zeit gab es Verhaftungswellen von Christen. Seit Jahren belegt der Iran einen 3. Platz auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex. Die Christen dort berichten von unverminderter Unfreiheit und Verfolgung. Besonders ehemalige Muslime – schätzungsweise 100.000 - müssen sich oft heimlich in Hausgemeinden treffen.
Quellen: mit Compass Direct/Übersetzung Open Doors Deutschland
Beten wir weiterhin für die Religionsfreiheit im Iran. Offiziell sind nur ethnische Christen von der Regierung anerkannt. Ehemalige Muslime werden von Sicherheitsbehörden verhört oder verhaftet.
Beten wir für die ethnischen Gemeinden im Iran. Kommen am christlichen Glauben interessierte Muslime in eine Kirche, dürfen Kirchenleiter ihnen nicht das Evangelium verkünden. Bei Missionsversuchen droht die Schließung der Kirche.
Beten wir für die gefangenen Christinnen Maryam Rostampour (27) und Marzieh Amirizadeh Esmaeilabad (30). Sie sollen in Einzelhaft sein.
Verfolgtem Ehepaar gelang Flucht ins Ausland
Verfolgtem Ehepaar gelang Flucht ins Ausland
Einem im Iran verfolgten christlichen Ehepaar gelang die Flucht ins Ausland*. Vor Kurzem besuchten Mitarbeiter des Hilfswerks für verfolgte Christen Open Doors Tina Rad (28) und Makan Arya (31) und ihre 5-jährige Tochter Odzhan in einem Flüchtlingslager. Seit ihrer Verhaftung im vorigen Jahr hat Open Doors zu Gebet für das Ehepaar aufgerufen. „Euer Besuch ist etwas ganz besonders für uns. Bitte sagt allen Menschen, die uns mit Gebet und Hilfe unterstützt haben, wie dankbar wir dafür sind“, sagte eine gerührte Tina Rad, „Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg“, zitierte sie aus der Bibel. „Ich weiß, Jesus war selbst in der schlimmen Zeit bei mir.“
Gedemütigt, misshandelt, bedroht
Makan und sie verließen nicht gern ihre Heimatstadt Teheran. Beide stammen aus streng muslimischen Familien. Kurz nach einander wurden sei Christen. Sie trafen sich in ihrem Haus regelmäßig zu Bibelstudien mit anderen Muslimen und besuchten eine Hausgemeinde. Vor ihren Eltern verheimlichten sie ihren neuen Glauben. Eines Tages fanden Makans Verwandte eine Bibel in seinem Haus und gingen zur Polizei. Drei Monate nach ihrer Konversion wurden sie im Juni vorigen Jahres verhaftet. Die Beamten setzten sie bei Verhören unter Druck, befragten sie nach Kontakten zu anderen Christen, demütigten und misshandelten sie. Tina wurde so heftig geschlagen, dass sie nicht mehr laufen konnte. Noch heute leidet sie an den Folgen. Ihnen wurden Aktivitäten gegen den Islam bzw. die nationale Sicherheit vorgeworfen. Beamte drohten im Fall einer Fortführung der Gemeindebesuche und der Bibelstudien, ihre Tochter „in eine geschützte religiöse (islamische) Einrichtung" zu geben. Eine Polizeibeamtin drohte Tina Rad mit einer Apostasieanklage, sollte sie nicht „mit ihrem Jesus aufhören“. Das Paar musste umgerechnet fast 35.800 Euro für seine Freilassung zahlen und ein Dokument unterzeichnen, mit dem sie erklären, keine Hausgemeinde mehr zu besuchen und jeglichen Kontakt zu Christen abzubrechen.
Hoffnung auf Asyl
Nach seiner Freilassung erhielten sie anonyme Anrufe; Behörden, Nachbarn und Familienangehörige überwachten bzw. beobachteten sie. Nachdem die Polizei in ihrer Ab-wesenheit erneut ihr Haus durchsuchte, tauchte die Familie unter. Fast ein Jahre lang lebten sie im Untergrund. Erneute Verfolgung, Verhöre, Folter schwebten wie ein Da-moklesschwert über ihrem Leben. Sie waren nicht sicher im Iran. Vor wenigen Wochen verließen sie ihre Heimat. Sie leben in einem Flüchtlingslager und warten auf den Aus-gang des Asylverfahrens. Wird ihr Antrag abgelehnt, müssen sie zurück in den Iran. Davor haben sie Angst, denn vielleicht wartet dort der Tod auf sie.


