Montag, 29. Juni 2009

Iran lässt fünf Botschaftsmitarbeiter wieder frei


Nach Eskalationen am Wochenende hat die iranische Regierung am Montag auf den Druck des Westens und der Straße reagiert: Die Behörden ließen fünf der festgenommenen Mitarbeiter der britischen Botschaft wieder frei. Der Wächterrat will bis zum Nachmittag mit der erneuten Auszählung eines Teils der Stimmen fertig sein.

Die iranischen Behörden haben mehrere festgenommene einheimische Angestellte der britischen Botschaft in Teheran freigelassen. Fünf Botschaftsmitarbeiter seien freigekommen, vier weitere würden noch befragt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Hassan Ghaschgawi, am Montag in Teheran.

Laut Nachrichtenagentur Fars wurde den Festgenommenen vorgeworfen, eine „bedeutende Rolle“ in den Unruhen nach den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen am 12. gespielt zu habwn juni Die Beziehungen zwischen dem Iran und Großbritannien haben sich seit den Protesten gegen den umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mahmud Ahmadinedschad erheblich verschlechtert. Teheran wirft London vor, die Proteste der Regierungskritiker anzustacheln. Der britische Außenminister David Miliband hatte die Festnahmen der botschaftsmitarbeiter als schikanöse versuche zur ,einschüchterung verurteilt

Auf Nachfrage versicherte Ghaschgawi, der Iran plane derzeit keine Schließungen von Botschaften. Auch die Herabstufung diplomatischer Beziehungen sei derzeit keineswegs geplant, sagte er. Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki hatte zuvor gesagt, sein Land erwäge die Herabstufung der diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien.

Wächterrat zählt neu aus

Der Wächterrat begann am Montag mit der erneuten Auszählung der Stimmen aus zehn prozentder wahlurnen ,berichtete der staatliche frensehsender el alarm

Die Prozedur werde voraussichtlich am Nachmittag abgeschlossen sein, das Ergebnis in den kommenden 24 Stunden verkündet. Der Wächterrat hatte am Freitag angekündigt, eine Sonderkommission mit einem Bericht über die Wahl am 12. Juni zu beauftragen. Der Ausschuss soll die teilweise Neuauszählung der Stimmen überwachen.

Der unterlegene Präsidentschaftskandidat Hussein Mussawi und seine Anhänger werfen den Behörden Wahlfälschung vor und fordern Neuwahlen. Mussawi lehnte am Wochenende eine Zusammenarbeit mit der Sonderkommission mit der Erklärung ab, das Gremium werde nicht zu einem "gerechten Urteil" über den Wahlhergang kommen.

Mussawis Forderung nach einer Annullierung der Wahl hatte der Wächterrat abgelehnt. Nach offiziellen Angaben war Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit einer deutlichen Mehrheit von 63 Prozent im Amt bestätigt worden.

Neue Zusammenstöße in Teheran

Nach Tagen der Ruhe kam es laut Augenzeugenberichten am Sonntag in Teheran wieder zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Die Polizei, die mit einem Großaufgebot anrückte, setzte den Angaben zufolge Tränengas gegen tausende Anhänger von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi ein.

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