Zusammenfassung des Referates von Hanspeter Nüesch
Das Buch Nehemia zeigt, dass der Angriff auf die innere Einheit der Israeliten gefährlicher war als die vielfältigen Angriffe von aussen. Denn wenn es dem Feind gelingt, die Einheit des Leibes Christi zu beeinträchtigen, ist dieser nicht mehr funktionsfähig. Ich versuche darum im Folgenden, biblische Wahrheiten zusammenzufassen, wie wir die Liebe und Einheit untereinander fördern können:
1. Dem andern mit der gleichen Barmherzigkeit begegnen, mit der Gott uns begegnet
Voraussetzung ist das Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir oft diejenigen Fehler beim andern besonders gut erkennen, mit denen wir selber am Kämpfen sind. Wir sind aufgerufen, unsere Sünden zu bekennen, nicht die des anderen.
2. Das Gespräch suchen und Herzensaustausch pflegen
Wie oft musste ich meine Meinung über eine Person revidieren, nachdem wir uns persönlich getroffen und Austausch gepflegt hatten. Dabei ist wichtig, dass wir einander unsere Herzen zeigen, was uns zutiefst bewegt, und nicht unsere Schwächen voreinander verschweigen.
3. Dem andern Wertschätzung zeigen
Oft sind Beziehungsprobleme dadurch entstanden, dass wir einander länger keine Wertschätzung gezeigt haben. Die betroffenen Personen fühlen sich von uns zu wenig ernstgenommen. Deshalb ist wichtig, dem anderen zu zeigen, dass wir ihn und seinen Dienst schätzen.
4. Die schwierigen Menschen segnen
,Lobe Gott, segne Menschen!“ Mit diesem Leitmotto bin ich bis heute gut gefahren. Besonders in schwierigen Situationen entscheide ich mich willentlich, Gott zu loben und die Menschen, die mir Probleme machen, zu segnen und ihnen Gutes zu wünschen.
5. Vergeben und um Vergebung bitten
Wenn wir dem andern vergeben, entlassen wir ihn aus dem Gefängnis der Sünde respektive Anklage. Gleichzeitig erleben wir, dass nicht nur der andere Befreiung erfährt, sondern auch wir selber, wenn wir dem andern vergeben und nichts in uns hineinschlucken.
6. Nicht hinter dem Rücken der Betroffenen kritisieren
Wir können nicht Brücken bauen, wenn wir Misstrauen säen. Wenn wir sündhaftes Verhalten erkennen, dürfen wir das nicht unter denen breitschlagen, die nichts damit zu tun haben, sondern sollten für die betreffende Person beten und sie gegebenenfalls persönlich konfrontieren.
7. Miteinander beten und evangelisieren
Etwas vom Wertvollsten für unseren Prozess des wachsenden Miteinanders sind gemeinsame Gebetszeiten füreinander. Wenn wir gemeinsam ans Werk gehen, müssen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und Unwesentliches auf der Seite lassen.
8. In Gottes Augen sind wir eins, leben wir die Einheit!
Im Himmel wird es keine Protestanten und Katholiken, Baptisten, Pfingstler und Methodisten geben, sondern nur Menschen, die sich in die Nachfolge Jesu Christi herausrufen liessen. Zentrum unseres Glaubens bleibt der Glaube an den Gottessohn und Erlöser, Jesus Christus.
9. Gottgegebene Leiterschaft ernstnehmen
Leiterschaft ist Dienerschaft, aber auch Mitarbeiterschaft ist Dienerschaft. Leiter wie Mitarbeiter haben ihre Gaben zum Wohl des Ganzen einzusetzen. Wenn Mitarbeiter beginnen, die Sünden der Leiter statt ihre eigenen zu bekennen, entsteht Misstrauen, Uneinheit und Chaos.
10. Demütigungen willig und dankbar annehmen
Wir müssen neu die positiven Seiten der (wohlmeinenden) Kritik erkennen. Kostenlose Beratung kann uns ja nur dienlich sein. Auch wir selber schätzen Personen nicht, die für unsere Kritik kein Ohr haben und sich dauernd rechtfertigen.
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