Samstag, 6. Juni 2009

Wer Christ wird,









Die Abwendung vom Islam und die Evangelisation unter Muslimen soll gemäß einem Gesetzentwurf zwingend zur Todesstrafe führen. Die Neuregelung bedroht auch die Christen Mahmood Matin und Arash Basirat im Gefängnis von Shiraz.










ms. Muslimen im Iran wird schon seit den Tagen des Ayatollah Khomeini für den Fall eines Religionswechsels die Todesstrafe angedroht – und Christen, die evangelisieren, ebenfalls. Bisher allerdings lag es im Ermessen des Richters, derartige “Verbrechen gegen den Islam” auch tatsächlich durch eine Verurteilung zum Tod durch den Strang zu bestrafen.

Das soll sich nach dem Willen des iranischen Parlaments schon bald grundsätzlich ändern. Im Fall der Annahme eines entsprechenden Gesetzentwurfs wird es Nachsicht und Menschlichkeit wie beim Christen Hamid Pourmand nicht mehr geben. Ihm hatte ein Richter 2004 die oben erwähnten “Todsünden” vorgeworfen. Trotzdem kam der Verurteilte nach 22 Monaten Haft wieder frei. Offensichtlich wollen nun aber die Islamisten, welche das Parlament beherrschen, sicherstellen, dass Glaubensabgefallene und Evangelisten künftig das Gefängnis nicht mehr lebend verlassen.


ie ersten, denen dieses Schicksal widerfahren könnte, sind die Christen Mahmood Matin , 52, und Arash Basirat , 44. Ihr “Verbrechen” war, konvertierten Muslimen zu gestatten, an Hausgottesdiensten teilzunehmen; außerdem standen sie mit „Ungläubigen” (sprich Christen) im Ausland in Verbindung. Am 15. Mai 2008 nahm die Polizei die beiden in einem Park in der Stadt Shiraz fest.

Sie wurden jedoch nicht – wie damals Hamid Pourmand – nach einigen Tagen gegen Bezahlung einer hohen Kaution entlassen. Vielmehr mussten Mahmood Matin und Arash Basirat zuerst einen Monat Isolationshaft erdulden.


Erst am 22. Juni erhielt Matins Frau die polizeiliche Erlaubnis, ihren Mann zu besuchen. Die Mutter dreier Kinder unternahm eine 17-stündige Busfahrt von ihrer Teheraner Wohnung nach Shiraz. Sie hatte kaum Zeit, ihren Mann zu sprechen. Bereits nach einer Besuchszeit von weniger als fünf Minuten wurde sie wieder aus der Zelle geführt.

Seither warten die beiden Häftlinge und ihre Angehörigen auf die Abstimmung im Parlament von Teheran, die über Leben und Tod entscheiden wird. Sowohl für Mahmood Matin als auch für seinen an Diabetes leidenden Mithäftling Arash Basirat wird die Ungewissheit zur Qual, befinden sich doch beide bereits jetzt in einem schlechten Gesundheitszustand.


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