Iraner gehen auch in Europa auf die Straße
Mehrere tausend Menschen haben in Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Iran protestiert. Mit grünen Bändern, Rosen und Fotos von verletzten Demonstranten aus ihrer Heimat zogen die teils vermummten Exil-Iraner friedlich durch die Innenstädte.
[Bildunterschrift: Unter anderem in Hamburg protestierten Iraner gegen Wahlbetrug in ihrem Heimatland. ]
In Hamburg, wo nach Polizeiangaben etwa 4000 Menschen auf die Straße gingen, war auf zahlreichen Schildern und Transparenten "Wir fordern Neuwahlen" oder "Nieder mit dem Diktator" zu lesen. Die iranische Gemeinde in der Hansestadt zählt zu den größten in Europa.
Vor dem iranischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main protestierten nach Angaben der Polizei rund 400 Menschen, an einer Kundgebung auf dem Römerberg beteiligten sich 300 Demonstranten. Sie forderten unter anderem die Freilassung inhaftierter Oppositioneller.
In der Stuttgarter Innenstadt demonstrierten rund 200 Iraner für mehr Demokratie in ihrer Heimat. Die Organisatoren wollten den Kampf gegen die Mullahs unterstützen, sagte einer der Organisatoren vom Iranischen Kulturverein. Von der Bundesregierung und der Europäischen Union forderten die Teilnehmer, die Wahl im Iran nicht anzuerkennen.
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Zehntausende protestieren in Frankreich
Bei Paris gingen ebenfalls Zehntausende Menschen aus Protest gegen die Regierung von Ahmadinedschad auf die Straße. Der Nationale Widerstandsrat des Irans, der die Kundgebung organisierte, sprach von 90.000 Teilnehmern. Rund 1000 Busse seien im Einsatz gewesen, um die Demonstranten aus allen Teilen Frankreichs und aus anderen europäischen Ländern nach Villepinte nördlich von Paris zu bringen.
Auch Abgeordnete mehrerer Länder seien gekommen. Die Dachorganisation des Nationalen Widerstandrats, der auch die kürzlich von der EU-Terrorliste gestrichenen Iranischen Volksmudschahedin angehören, organisiert jährlich Kundgebungen in Frankreich. Die Proteste der iranischen Opposition gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahl haben der Demonstration in diesem Jahr jedoch einen weit stärkeren Zulauf beschert.
In der belgischen Hauptstadt Brüssel versammelten sich rund 800 Menschen vor der iranischen Botschaft, um gegen das Demonstrationsverbot im Iran zu protestieren. Wie die Nachrichtenagentur Belga meldete, riefen die Demonstranten unter anderem "Ahmadi Bye Bye".
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