Worauf müssen Christen achten, um in Zukunft effektiv Reich Gottes bauen zu können und ein heilender und erneuernder Faktor in unserer Gesellschaft zu sein?
Unser zukünftiges Umfeld
Was die gesellschaftlichen Leitwerte anbetrifft, stehen wir in einem radikalen Umbruch. Christliche Grundwerte und Überzeugungen werden von einem Grossteil der Bevölkerung im Zuge von Freiheit und persönlicher Selbstverwirklichung zunehmend über Bord geworfen. In Zukunft gibt es kaum absolut gültige Werte mehr. Eine Vielfalt ohne Entscheidungskriterien und allgemeingültigen Massstab führt aber zu Pluralismus und Relativismus, zu Beliebigkeit. Der Verlust von übergreifenden Zusammenhängen führt zu Ziellosigkeit und letztlich zu Sinnlosigkeit.
High touch: Antwort auf High tech
Der postmoderne Mensch sucht in einer immer anonymeren Welt das Wahre und Vertrauenswürdige, er sucht nach liebevollen Beziehungen, die sein Bedürfnis nach Vertrautheit stillen. High tech ruft nach High touch. Um menschliche Nähe und Wärme zu erleben, sind die Menschen auf der Suche nach einer kleinen Gruppe von echten Freunden. Sie suchen tiefe Erfahrungen, die ihre Seele füllen. Welch wundervolle Möglichkeit für uns Christen. Durch die Begegnung mit geisterfüllten Christen werden Menschen von der Liebe Gottes berührt werden. Sie werden spüren, dass dies genau das ist, wonach sie bewusst oder unbewusst schon immer suchten. Wir brauchen sie nicht mehr durch viele Worte überzeugen zu wollen; sie werden überzeugt werden durch die Erfahrung von Liebe, Freude und wahrer Freundschaft, die sie in unserer Gemeinschaft erfahren.
Liebe und Wahrheit
Wie können wir Christen den gewaltigen Herausforderungen der Zukunft begegnen und Licht und Salz in unserer Gesellschaft sein? Wie können wir den zwei Megatrends unserer Zeit, dem Liebesdefizit, verbunden mit der Sehnsucht nach Zuwendung und Nähe, und dem Sinndefizit und der damit verbundenen Sehnsucht nach Vorbildern und Gewissheit in Zukunft wirkungsvoll begegnen?
„Kneel to God, stand up to life“
Wenn Gott wieder vermehrt unter uns und durch uns zum Zug kommt, dann werden es die Leute um uns spüren. Je näher wir bei Gott sind, je mehr zieht es uns hinaus zu den Menschen, weil unserem Vater im Himmel nichts mehr auf dem Herzen liegt, als dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen und gerettet werden. Die Liebe wird uns drängen. Wir können nicht länger verschweigen, welch gewaltig schöne Perle wir gefunden haben. Und Jesus weist in seinem Weinstock-Gleichnis in Johannes 15 darauf hin, dass Verbundenheit mit ihm – die Folge des Erfülltseins mit dem Heiligen Geist – unweigerlich gute Früchte hervorbringt, dass aber ohne die tägliche Verbindung mit ihm unser Christsein kraft- und saftlos ist, ja gar nicht den Namen Christsein verdient. Ohne Verbindung mit Jesus Christus hat unser Christsein keine missionarische Ausstrahlung. Und eine Kirche, die nicht missioniert, demissioniert, hat schon der verstorbene Zürcher Neutestamentler Emil Brunner einmal treffend gesagt.
„Kneel to God, stand up to life“ (Knie vor Gott, steh auf zum Leben), so heisst der Titel eines Buches von Oswald Sanders. Die Kraft und auch die gesellschaftliche Relevanz unseres Christseins wird auch in Zukunft direkt davon abhängig sein, wie viel Zeit wir in der Gemeinschaft mit Gott und mit seinem Wort verbringen. Nur in dem Masse, in dem Gott in uns lebt, kann er auch durch uns Salz und Licht in der Gesellschaft sein.
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen